
Männergehirne lassen sich am sinnvollsten mit einer Art Kästchenschema beschreiben, in denen sich die neuronale Ablage befindet. Beispiele für diese Kästchen umfassen Bereiche wie Hobbys, Essen, Vorlieben, Freunde und Familie… einfach alles, was in ein Männergehirn hineinpasst. Also auch stereotype Kategorien wie Bier, Fußball und Autos. Männer haben für jedes Thema ein eigenes Kästchen. Eines davon ist bei Männern tatsächlich das sogenannte „Nichts-Kästchen“. Sie werden lachen, aber es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Männer tatsächlich an „Nichts“ denken können. Wenn das Kästchensystem im Männergehirn doch aber nur als Verständnis-Beispiel dient, wie will man dann ein solches „Nichts-Kästchen“ überhaupt finden können? Zugegeben: So einfach wie bei einem gut sortieren Werkzeugkoffer ist es nicht, aber es gibt eine Möglichkeit, Gehirnregionen bei der Arbeit zu beobachten. Wenn man Probanden ein Kontrastmittel spritzt und sie danach im Magnetresonanz-Bildgebungsverfahren durchleuchtet, kann man bestimmte Reize im Gehirn messen und sogar visuell darstellen.

In einem solchen Test gab man Männern das Bild einer Honigbiene. Es zeigte sich, dass die einzelnen neuronalen Areale den Reiz sehr schnell verarbeiteten, sich jedoch nicht dauerhaft mit ihm beschäftigten. Nach einem kurzen Aufflackern verschwand der Impuls wieder. Metaphorisch formuliert hat der Mann somit seine Kästchen abgearbeitet. Bienen haben keinen Bezug zu Fußball – abgehakt. Sie haben keinen Bezug zu Freunde und Familie – abgehakt. Sie haben nix mit Autos zu tun – abgehakt etc… Sobald sich nichts mehr mit der Biene antizipieren ließ, erlosch der Reiz wieder. Und die Probanden hörten auf zu denken… Auch bei anderen Bildern bewies sich dieses Schema. Nach meist zügiger Abarbeitung der Kästchen-Liste, blieb bei den männlichen Probanden bis zum Ende des dreiviertel-stündigen Tests ein kleines Areal hell erleuchtet. Das sogenannte „Nichts-Kästchen“.
Weil auch Frauen das Prinzip „Langeweile“ nicht fremd ist, wiederholte man den Test mit weiblichen Probanden. Mit erstaunlichen Resultaten. Legt man Frauen das Bienenbild vor, reagieren alle Bereiche miteinander. Es kommt zu einem Feuerwerk der gesendeten und empfangenen Impulse. Biene führt zu Honig, führt zu Broteschmieren, führt zum nächsten Einkauf, führt zum Bienensterben, führt zu der Frage, ob man lieber Bio-Honig kaufen sollte usw. …. das geht immer so weiter. Buchstäblich kommen Frauen von Höcksken auf Stöcksken und können sich tatsächlich sehr lange mit dem Bild der Biene beschäftigen. Das hat eine simple Erklärung: Frauen verbinden tatsächlich alles mit allem. Und hinter jeder Verbindung steckt eine Emotion, die lebenslang gespeichert bleibt. Merken Sie sich also: Männer haben ein „Nichts-Kästen“ und Frauen verbinden alles mit allem.

Nun mag es zunächst so erscheinen, als arbeite ein gut strukturiertes Ablagesystem effizienter. Das ist falsch und rührt vermutlich daher, dass wir es gewohnt sind, Organisationsschemata übersichtlich zu gestalten. Was bei einem Aktenordner noch Sinn macht, muss jedoch nicht unbedingt auf logische Denkvorgänge übertragbar sein. Ist es in diesem Fall auch nicht. Nur weil Frauen alle Informationen permanent zwischen den Gehirnregionen austauschen, sind sie deshalb noch lange nicht im Nachteil. Frauen können sich auch kleinste Details merken, die für sie irgendwann einmal von Belang waren. Der Comedian Olaf Bürger hält ein super Beispiel dafür parat: Während der Mann noch auf der Suche nach seinem Kästchen mit dem letzten Sardinien-Urlaub vor sieben Jahren ist, hat sich die Frau längst daran erinnert, dass er ihr die edle Lederhandtasche in der kleinen Strandboutique dort nicht kaufen wollte und trotzdem der Kellnerin abends 6,50 Euro Trinkgeld gegeben hat. Frauen haben also ein gigantisches Archiv an Emotionen, die in beliebigen Situationen blitzschnell wieder hervorgekramt werden können. Männer sitzen unterdessen daneben und relaxen ahnungslos in ihrem „Nichts-Kästchen“. Frauen können nach sieben Jahren allenfalls froh sein, wenn der Mann irgendwann das richtige Kästchen gefunden hat und endlich mitreden kann…
Häufig gestellte Fragen
Was ist das „Nichts-Kästchen“ im männlichen Gehirn?
Das sogenannte „Nichts-Kästchen“ beschreibt eine Besonderheit im männlichen Gehirn, das Reize in separaten Kategorien verarbeitet. Wenn ein Reiz keiner Kategorie zugeordnet werden kann, schaltet das Gehirn quasi ab – Männer sind dann tatsächlich in der Lage, an „nichts“ zu denken. Studien mit bildgebenden Verfahren haben diese Aktivitätsmuster belegt.
Wie verarbeitet das weibliche Gehirn Reize im Vergleich zum männlichen?
Das weibliche Gehirn zeigt eine wesentlich vernetztere Aktivität. Reize wie ein Bild einer Biene lösen eine Assoziationskette aus, die emotionale, praktische und gedankliche Bereiche miteinander verknüpft. Frauen denken in Verbindungen, Männer in Kategorien – das führt zu sehr unterschiedlichen Reaktionsmustern.
Sind Frauen beim Denken emotionaler als Männer?
Ja, Frauen verknüpfen Informationen stärker mit Emotionen. Erlebte Gefühle werden im Gehirn dauerhaft gespeichert und mit ähnlichen Reizen in Verbindung gebracht. Dadurch können Frauen auch nach vielen Jahren bestimmte Situationen detailliert erinnern, wenn emotionale Bedeutung dahinterstand.
Ist das Kästchensystem im Männergehirn weniger leistungsfähig?
Nicht unbedingt. Das Kästchensystem im männlichen Gehirn sorgt für eine klar strukturierte Verarbeitung von Informationen. Es ermöglicht fokussiertes Denken – allerdings mit weniger Querverbindungen. Im Gegensatz dazu ist das weibliche Gehirn stärker vernetzt, was eine umfassendere, aber komplexere Reizverarbeitung erlaubt.
Warum erinnern sich Frauen oft an scheinbar unwichtige Details?
Weil Frauen Informationen mit Emotionen verknüpfen, bleiben diese im Gehirn besser haften. Selbst kleine Details – wie ein Kommentar oder eine Situation im Urlaub – werden abgespeichert und später bei Bedarf blitzschnell abgerufen. Männer benötigen oft länger, um entsprechende Erinnerungen aus ihrem „Kästchen“ zu finden.
Was lernen wir aus den Unterschieden zwischen Männer- und Frauengehirn?
Die Unterschiede im Denkverhalten von Mann und Frau zeigen, dass Kommunikation, Erinnerung und Reaktion biologisch unterschiedlich ablaufen können. Während Männer oft fokussiert denken und bei Reizlosigkeit abschalten, verknüpfen Frauen Informationen dauerhaft – was zu Missverständnissen, aber auch faszinierenden Einblicken in die neuronale Vielfalt der Geschlechter führt.
Quellen:
Bürger, O. „Männerhirn vs Frauenhirn“. Der Auszug aus dem Comedy Programm „Total Bock auf Scheidung“ wurde von Olaf Bürger am 08.11.2017 auf Youtube hochgeladen.
Beck, T. „Gesunde Beziehungen führen – Beginn bei dir selbst // Tobias Beck“. Am 08.12.2017 von „GEDANKENtanken“ auf Youtube hochgeladen.
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